Augenerkrankung · Übersicht

Der grüne Star (Glaukom) im Überblick


Der grüne Star (Glaukom) im Überblick

Dr. med. Ken Selde

Facharzt FMH für Augenheilkunde und Augenchirurgie


 

Grüner Star als häufige Augenerkrankung

Der grüne Star, auch Glaukom genannt, ist die zweithäufigste Augenerkrankung weltweit. Rund 2% der Bevölkerung leiden an einem Glaukom oder werden statistisch davon betroffen sein. Bei der asiatischen und schwarzen Bevölkerung ist das Risiko einer Erkrankung nochmals signifikant höher. Damit ist das Glaukom fast so häufig wie die Volkskrankheit Diabetes.

 

Die unterschiedlichen Arten des grünen Stars

Der grüne Star ist ein Oberbegriff für viele unterschiedliche Erkrankungsarten, wobei zwischen genetisch übertragenen und erworbenen Glaukomen unterschieden wird.

 

Genetisches Glaukom

Beim genetischen Glaukom handelt es sich um den grössten Anteil der Erkrankungen. Hierbei wird zwischen Offenwinkelglaukom, Engwinkelglaukom, Pseudoexfoliationsglaukom und juvenilem Glaukom unterschieden.

 

Erworbenes Glaukom

Ein erworbenes Glaukom wird durch Einnahme bestimmter Medikamente oder Unfälle verursacht und kann in seltenen Fällen als Komplikation nach einer Augenoperation entstehen.

 

AugenCenter-Selde-Gruener-Star-Glaukon

 

Wie äussert sich ein Glaukom?

Kurz gesagt äussert sich ein Glaukom im Verlust von Sehnervgewebe im Sehnerv, was aufgrund eines „Cuppings“ oder einer Aushöhlung des Sehnervaustritts im Auge diagnostiziert wird. Sehr oft spielt ein erhöhter Augendruck eine Rolle. Jedoch kann auch ein Normaldruckglaukom vorkommen.

 

Symptome eines Glaukoms

Fast alle Glaukom-Formen sind bis kurz vor der Erblindung völlig symptomlos, ohne Schmerzen oder sonstige Beschwerden. Dies ist der Hauptgrund, weshalb jede 10. Person mit grünem Star an einer Seheinschränkung oder einer Form von Erblindung leidet. Es ist also entscheidend, die Erkrankung möglichst früh zu erkennen, denn vom grünen Star muss heute niemand mehr blind werden. Gesichtsfeldeinschränkungen oder eine teilweise oder totale Erblindung resultieren nur dann, wenn keine augenärztliche Vorsorge möglich ist.

 

Früherkennung durch Augen-Checks

Die Fachgesellschaften der Augenheilkunde empfehlen zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr alle fünf Jahre einen Augen-Check, zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr alle drei Jahre und ab 60 Jahren eine jährliche Kontrolle. Die Rate der genetischen Glaukom-Erkrankungen steigt mit dem Alter exponentiell an. Situationsbedingt benötigt ein Patient, der Kortison oder spezielle, den Muskeltonus verändernde Medikamente einnimmt, eher einen Check beim Augenarzt. Ein frühkindliches Glaukom wird sofort mit dem Kinderarzt diagnostiziert und behandelt. In solchen Fällen gelten die oben genannten Check-up-Intervalle natürlich nicht.

 

Behandlung eines Glaukoms

Fast alle Glaukome werden medikamentös mit täglichen Augentropfen behandelt. Eine Laserbehandlung kann die Medikamente reduzieren, selten jedoch ganz ersetzen. Nur stark ausgeprägte Glaukom-Formen, die medikamentös oder auf Laser nicht (mehr) ansprechen, werden operiert. Es gibt eine Vielzahl von Augentropfen, die je nach Akzeptanz und Ansprechverhalten des Auges zum Einsatz kommen. Auch beim Laser gibt es verschiedene Arten, die an diversen Punkten am Auge ansetzen (dazu mehr in meinem Blog-Artikel Laser am Auge). Glaukom-Operationen werden nach verschiedenen operativen Ansätzen mit unterschiedlicher Invasivität durchgeführt und zielen darauf ab, die Erkrankung zu kontrollieren und letztendlich zu stoppen. Heilen kann man den grünen Star nur selten. Zur Erblindung führt das Glaukom bei der oben beschriebenen Früherkennung heutzutage jedoch fast nicht mehr.

 

Gerne übernehmen wir für Sie regelmässige Checks nach dem neusten Erkenntnisstand der Glaukom-Forschung. Rufen Sie uns unter +41 44 261 70 10 an, um einen Termin zu vereinbaren. Wir sind gerne für Sie da.

Das könnte Sie auch interessieren

Blog

Altersbedingte Makuladegeneration – Therapie und Ursachen

Für die altersbedingte Makuladegeneration gibt es verschiedene Therapien.

mehr dazu

Blog

Spätfolgen des Diabetes für das Auge

Erfahren Sie mehr über die Spätfolgen des Diabetes am Auge.

mehr dazu

Blog

Generation Sehschwäche

Können schlechte Augen vererbt werden? Zwei der drei häufigsten Erblindungsursachen haben oft einen genetischen Ursprung.

mehr dazu

Besuchen Sie uns auch hier